Eine andere Art von Kälte durchfuhr mich – eine stechendere.
„Worauf wetten?“
Diego holte tief Luft.
„An Weihnachten, als er den Vertrag mit dem Studio in Barcelona unterzeichnete, betrank er sich. Er sagte, deine Ehe sei nur eine ‚vorübergehende Investition‘ und sobald er das Projekt unterschrieben und den Bonus gesichert hätte, würde er dich verlassen. Sergio, wie ein Idiot, sagte ihm, er hätte nicht den Mut dazu. Also schlossen sie eine Wette ab.“
Ich spürte, wie sich mein Kiefer verkrampfte.
„Eine Wette … um mich?“
„Was dein Leben angeht“, korrigierte Diego leise. „Javier wettete, dass du es noch ein ganzes Jahr aushalten würdest, egal wie sehr er dich in der Öffentlichkeit demütigte, während er den ‚Übergang‘ zu einer Frau ‚auf seinem Niveau‘ vorbereitete. Buchstäblich. Das waren seine Worte.“
Das Café um mich herum verschwamm etwas. Die Lampe über uns, die Kellnerin, die Teelöffel einsammelte – alles wirkte fern.
„Und Sie waren dabei?“, fragte ich.
„Ja. Und ich habe nichts gesagt“, gab er zu. „Ich habe gelacht wie die anderen. Zuerst dachte ich, es wäre nur wieder so eine seiner Prahlereien. Aber dann sah ich, wie er mit dir sprach, wie du immer schwächer wurdest. Und heute Abend … heute Abend hat er eine Grenze überschritten.“