Pilar ließ die Einkaufstüten auf den Küchenboden fallen, ohne mich auch nur anzusehen. Ihre Haare waren hastig zu einem Dutt zusammengebunden und ihr Lippenstift war verschmiert.
„Sie war den ganzen Tag unerträglich“, murmelte sie. „Gut, dass du jetzt da bist. Ich habe auch ein Leben, weißt du? Ich kann mich nicht ständig um diese Frau kümmern.“
„Sie ist sehr krank“, sagte ich und versuchte, meine Stimme ruhig klingen zu lassen. „Wir müssen einen Krankenwagen rufen.“
Pilar schnaubte.
„Nicht schon wieder. Wenn wir sie aufnehmen, wird sie stationär aufgenommen, und dann müssen wir für Pflegekräfte, Medikamente, einfach alles bezahlen. Diese alte Frau kostet mehr als ein Kind.“
Wut stieg in mir auf.
„Sie ist deine Familie“, schnauzte ich.
„Sie ist lästig“, erwiderte sie, ohne mit der Wimper zu zucken. „Und sie ist nicht einmal meine Mutter – sie ist die Mutter deines Schwiegervaters. Ich habe mehr als genug getan.“
Ich habe keine Sekunde länger gezögert. Ich ging ins Wohnzimmer, schnappte mir mein Handy und wählte den Notruf.
Während ich mit der Telefonistin sprach, beobachtete mich Pilar, als hätte ich sie verraten.