Minuten später heulten draußen Sirenen. Nachbarn lehnten sich über den Hof. Sanitäter eilten herein, untersuchten Dolores kurz und wechselten ernste Blicke.
„Wir müssen sie jetzt wegbringen“, sagte einer von ihnen.
Sie trugen sie auf einer Trage hinunter. Ich stieg in den Krankenwagen. Pilar blieb mit verschränkten Armen auf dem Bürgersteig stehen.
„Wir kommen später“, sagte sie. „Ich muss noch ein paar Sachen bei meiner Schwester abgeben.“
Im Hospital Clínico kitzelte mir der Geruch von Desinfektionsmittel in der Nase. Sie brachten Dolores in die Notaufnahme, während ich allein wartete, den grünen Umschlag fest in meiner Tasche verstaut.
Als ich mich endlich hingesetzt hatte, öffnete ich es wieder.
Es gab Kontoauszüge, die Konten mit deutlich höheren Guthaben als einer kleinen Rente auswiesen. Eigentumsurkunden für eine Wohnung in Lavapiés und eine weitere in Benidorm. Und ein kürzlich vor zwei Monaten vor einem Notar in Chamberí unterzeichnetes Testament.
Ich habe angefangen zu lesen.
„Ich, Dolores Navarro López, bei vollem Bewusstsein meiner geistigen Fähigkeiten…“