Experten schätzen, dass etwa jeder dritte Amerikaner an einer Lebererkrankung leidet – insgesamt mehr als 100 Millionen Menschen. Viele von ihnen belasten ihre Leber möglicherweise unwissentlich zusätzlich durch alltägliche Medikamente, die sie für unbedenklich halten.
Die Besorgnis wuchs so sehr, dass die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA im Jahr 2011 Maßnahmen ergriff. Die Aufsichtsbehörden forderten die Arzneimittelhersteller auf, die Menge an Paracetamol in Kombinationspräparaten – wie beispielsweise Tylenol PM – auf 325 Milligramm pro Tablette zu begrenzen.
Der Grund dafür war klar: Untersuchungen zeigten, dass höhere Dosen nur wenig zusätzliche Schmerzlinderung brachten, aber das Risiko von Leberschäden deutlich erhöhten.
Trotzdem enthält Tylenol PM immer noch 500 Milligramm Paracetamol pro Tablette.
Diphenhydramin: Erst schlafen, dann Nebenwirkungen.
Der zweite Wirkstoff in Tylenol PM ist Diphenhydramin, besser bekannt als Benadryl. Dieses Antihistaminikum bewirkt die beruhigende Wirkung, die beim Einschlafen hilft. Diese Schläfrigkeit hat jedoch auch Nachteile – insbesondere bei regelmäßiger statt gelegentlicher Einnahme.
Auch wenn es kurzfristig das Einschlafen erleichtern mag, kann wiederholter Gebrauch kognitive und neurologische Folgen haben, die viele Anwender nie vorhersehen.
Diphenhydramin gehört zur Gruppe der Anticholinergika, d. h. es hemmt die Wirkung des Botenstoffs Acetylcholin im Gehirn. Dieser spielt eine entscheidende Rolle für Gedächtnis, Lernen und die allgemeine kognitive Leistungsfähigkeit.
Wird Acetylcholin zu häufig oder über einen längeren Zeitraum blockiert, können Probleme auftreten. Studien haben gezeigt, dass Personen, die drei Jahre oder länger täglich Anticholinergika einnahmen, ein um 54 % höheres Risiko hatten, an Demenz zu erkranken, als diejenigen, die diese nur gelegentlich einnahmen.
Diphenhydramin kann außerdem eine Reihe von Nebenwirkungen verursachen, darunter:
Mundtrockenheit
Benommenheit oder Schwindel
Verwirrung, insbesondere bei älteren Erwachsenen
Harnverhalt, der bei älteren Menschen zu weiteren Komplikationen führen kann.
Dr. Melillo weist darauf hin, dass diese Auswirkungen zwar für sich genommen mild erscheinen mögen, aber altersbedingte Probleme auslösen oder verschlimmern können – wodurch das Risiko von Stürzen, Austrocknung und Deliriumsanfällen steigt.