Und hier kommt eine unerwartete Wendung: Paracetamol kann Einfluss darauf haben, wie Sie sich fühlen – und wie Sie Risiken einschätzen.
In einer Studie der Ohio State University aus dem Jahr 2020 erhielten die Teilnehmer entweder 1000 Milligramm Paracetamol oder ein Placebo. Anschließend wurden sie gebeten, das Risiko verschiedener Aktivitäten einzuschätzen, vom Fallschirmspringen und Bungee-Jumping bis hin zu wichtigen Lebensentscheidungen wie einem Berufswechsel.
Die Ergebnisse waren überraschend. Diejenigen, die Paracetamol eingenommen hatten, stuften diese Aktivitäten durchweg als weniger riskant ein als die Teilnehmer, die das Medikament nicht eingenommen hatten. Forscher vermuten, dass das Medikament emotionale Reaktionen dämpft und Gefühle wie Angst und Aufregung gleichermaßen abschwächt.
Frühere Forschungen unterstützen diese Annahme und zeigen, dass Paracetamol auch die Empathie verringern, emotionale Reaktionen auf den Schmerz anderer dämpfen und sogar positive Gefühle wie Glück unterdrücken kann.
Mit anderen Worten: Dieses weit verbreitete Medikament kann möglicherweise mehr als nur Schmerzen lindern oder beim Einschlafen helfen. Es könnte subtil verändern, wie Sie Emotionen erleben und Ihre Umwelt wahrnehmen.