„Das klärst du zuerst mit Madison ab“, sagte ich. „Und wenn sie auch nur eine Sekunde zögert, sagst du Emma kein Wort. Du darfst sie nicht zweimal enttäuschen.“
Er nickte.
Diesmal hatte er nichts mehr zu sagen.
Teil V: Das Medaillon
Am nächsten Tag schritt Emma als Erste zum Altar und trug eine einzelne weiße Pfingstrose.
Nicht der Blumenkorb. Nicht das, wofür sie trainiert hatte. Aber sie ging, als ginge es um Staatsgeschäfte. Kinn hoch. Kleine Hände um den Stiel geklammert. Jeder Schritt vorsichtig. Jeder Schritt verdient.
Als sie vorne ankam und uns sah, lächelte sie so breit, dass ich dachte, es würde mir das Herz zerbrechen.
Papa klatschte so lange, bis seine Hände rot wurden.
Ryan wirkte beschämt.
Madison sah müde aus.
Meine Mutter sah wütend aus, auf eine beherrschte Art, wie es nur Frauen wie sie in Kirchenkleidung schaffen.
Es war keine Lösung.
Für manche Dinge gibt es keine Lösung.
Aber es war immerhin etwas.
Zwei Wochen später, an einem Dienstagmorgen, öffnete ich endlich den Samtbeutel.
Ich legte mir das Medaillon um den Hals, während Emma Müsli aß und ihre Beine unter den Küchenstuhl schwang.
Sie blickte auf. „Glänzend?“