Du riechst nach Dreck und Mittelmäßigkeit“

TEIL 1: DIE KOLLISION UND DER ABGRUND

Der Champagner im Baccarat-Kristallglas war Jahrgang 1998, doch Elena Sterling schmeckte er wie Batteriesäure. Sie stand am bodentiefen Fenster ihres Penthouses in Tribeca, die Lichter der Stadt glitzerten unten wie gleichgültige Diamanten. Es war ihr fünfter Hochzeitstag.

„Du hörst mir nicht zu, El“, sagte Marcus. Seine Stimme war nicht erhoben; sie war beängstigend ruhig – derselbe Tonfall, den er anschlug, wenn er einen Nachwuchsmanager entließ. „Ich sagte, du passt nicht mehr ins Bild.“

Elena drehte sich um, der Seidenstoff ihres Kleides raschelte – ein Geräusch, das in der plötzlichen, erdrückenden Stille viel zu laut klang.

„Die Geschichte?“, fragte sie. „Marcus, ich bin deine Frau. Ich habe dich unterstützt, als Sterling Inc. nichts weiter als ein Laptop und ein gemieteter Schreibtisch war.“

„Das war damals angemessen“, erwiderte Marcus und blickte in den Flurspiegel, während er seine maßgefertigten Manschettenknöpfe zurechtrückte. „Aber wir stehen kurz vor der Fusion mit Helios. Es handelt sich um eine Übernahme im Wert von vier Milliarden Dollar. Ich brauche einen Partner, der Macht, Tradition und Kultiviertheit ausstrahlt. Nicht … so etwas.“

Er deutete vage auf sie, dann auf die Topfpflanzen auf dem Balkon.

„Du bist zu klein, Elena. Du bist die Tochter eines Gärtners. Das haftet an dir. Du riechst nach Dreck und Mittelmäßigkeit.“

Die Beleidigung ihres Vaters – Arthur, eines Mannes mit rauen Händen und einem Herz aus Gold – schmerzte mehr als die Scheidungspapiere, die auf dem Marmortisch lagen.

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