Die nächsten drei Tage spielte Elena die Rolle des zutiefst verletzten Opfers perfekt.
Sie zog in ein billiges Hotel und antwortete auf Marcus' spöttische SMS mit sorgfältig inszenierter Resignation. Sie ließ ihn glauben, er hätte gewonnen. Sie ließ ihn glauben, sie sei zurück nach Jersey gekrochen und weinte in die Flanellhemden ihres Vaters.
Währenddessen arbeitete sie.
Sie lernte Arthur in einem unscheinbaren Café in Queens kennen. Er sah nicht aus wie ein Milliardär – er sah aus wie der Mann, der ihr beigebracht hatte, Rosen zu beschneiden.
Doch die Akten, die er über den Formica-Tisch schob, waren verheerend.
„Er manipuliert die Bücher“, sagte Arthur leise. „Er hat den Umsatz des zweiten Quartals um vierzig Prozent aufgebläht, um die Bewertung für die Fusion in die Höhe zu treiben. Er versteckt Schulden in Briefkastenfirmen, die Mitgliedern seines Aufsichtsrats gehören.“
„Und die KI-Technologie?“, fragte Elena und blätterte in der Akte. „Das ‚Sterling Neural Network‘, auf das er so stolz ist?“
„Gestohlen“, bestätigte Arthur. „Von einer Forscherin namens Dr. Caldwell. Er hat ihr Labor in den Ruin getrieben und sich das geistige Eigentum angeeignet.“
In Elenas Magen machte sich kalte Wut breit.
Marcus war nicht nur ein schrecklicher Ehemann.
Er war ein Betrüger. Ein Krimineller im Armani-Anzug.