Ich hörte auf, an meinen Einkaufszettel oder die unerledigte Arbeit zu denken, die auf mich wartete. Stattdessen spürte ich seinen Puls in meinen Schläfen. Er wich leicht zurück, und ich sah, wie er hinter seiner Maske die Stirn runzelte.
Es war nicht der neutrale, professionelle Gesichtsausdruck, den ich gewohnt war. Es war Unbehagen. Oder Überraschung. Oder etwas Schlimmeres.
„Wer hat Sie vorher behandelt?“, fragte er erneut, seine Stimme nun tiefer.
Ich schluckte.
„Mein Mann“, sagte ich. „Diego López. Er ist auch Gynäkologe.“
Álvaro erstarrte. Langsam, fast bedächtig, zog er seine Handschuhe aus und warf sie mit einem trockenen Geräusch, das mich leicht zusammenzucken ließ, in den Metallmülleimer. Dann ging er zu seinem Schreibtisch, ohne mich direkt anzusehen.
„Lucía“, sagte er schließlich und benutzte zum ersten Mal meinen Vornamen, „wir müssen jetzt sofort Tests durchführen. Was ich sehe … sollte da nicht sein.“
Die Luft um mich herum fühlte sich plötzlich schwer an. Ich richtete mich etwas auf der Untersuchungsliege auf, immer noch in den Papierkittel gehüllt.
„Was meinen Sie damit?“, fragte ich mit schärferer Stimme als sonst.