Ich ging zu einem neuen Frauenarzt und erwartete eine Routineuntersuchung

Auf der Zugfahrt zurück nach Salamanca öffnete ich alte Nachrichten von Diego.

Es gab einen aus der Vorwoche:

„Eines Tages, wenn sich alles beruhigt hat, werden wir unser Baby bekommen. Versprochen.“

Ich las es immer und immer wieder und spürte, wie sich jedes Wort langsam in Gift verwandelte.

Als ich nach Hause kam, war er in der Küche und bereitete ein spanisches Omelett zu.

„Wie ist die Untersuchung verlaufen?“, fragte er, ohne sich umzudrehen, als hätte er mich zum Zahnarzt geschickt.

„Schon gut“, log ich und stellte meine Tasche mit übertriebener Sorgfalt auf den Tisch. „Der Arzt möchte ein paar Tests wiederholen.“

Diego drehte sich um. Seine dunklen Augen musterten mein Gesicht suchend.

„Gibt es irgendwelche Probleme?“

Ich sah ihn an und versuchte, den Mann wiederzuerkennen, mit dem ich sieben Jahre verbracht hatte. Ich sah den selbstbewussten Arzt, den angesehenen Fachmann in der Stadt, den Ehemann, der bei Abendessen mit Freunden immer genau wusste, was er sagen sollte. Und zum ersten Mal sah ich auch den Mann, der an einem ganz normalen Nachmittag vielleicht beschlossen hatte, meine Zukunft zu zerstören, ohne mich überhaupt zu fragen.

„Das weiß ich noch nicht“, antwortete ich und hielt seinem Blick stand. „Aber ich werde es herausfinden.“

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