Ich habe zu Ehren meines Vaters ein Kleid aus seinen Hemden für den Abschlussball genäht

Ich strich mit beiden Händen über die Vorderseite des Kleides.

Zum ersten Mal seit dem Anruf des Krankenhauses fühlte ich mich nicht leer.

Ich hatte das Gefühl, dass Papa immer noch bei mir war – in das Gewebe eingewoben, so wie er schon immer in jeden gewöhnlichen Moment meines Lebens eingewoben war.

Der Abschlussballabend war endlich da.

Der Veranstaltungsort erstrahlte in gedämpftem Licht und lauter Musik. Alle waren voller Vorfreude auf die Nacht, die sie monatelang geplant hatten.

Das Geflüster begann schon, bevor ich überhaupt zehn Schritte ins Haus gegangen war.

Ein Mädchen in der Nähe des Eingangs rief laut: „Ist das Kleid aus den Putzlappen unseres Hausmeisters gemacht?!“

Ein Junge neben ihr lachte. „Trägst du das, wenn du dir kein richtiges Kleid leisten kannst?“

Gelächter breitete sich aus. Die Studenten wichen von mir zurück und schufen so jene kleine, grausame Distanz, die Menschenmengen um jemanden bilden, den sie verspotten wollen.

Mein Gesicht brannte.

„Ich habe dieses Kleid aus den Hemden meines Vaters genäht“, sagte ich. „Er ist vor ein paar Monaten gestorben. Das war meine Art, ihn zu ehren. Deshalb steht es dir vielleicht nicht zu, dich über etwas lustig zu machen, das du nicht verstehst.“

Einen Moment lang herrschte Stille im Raum.

Dann verdrehte ein anderes Mädchen die Augen. „Entspann dich. Niemand hat nach einer Rührgeschichte gefragt.“

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