Ich legte beide Hände auf meinen Bauch und flüsterte: „Bitte, bitte sei in Ordnung.“ Aber meine Stimme zitterte so stark, dass ich sie kaum hören konnte.
Ich hämmerte erneut gegen die Scheibe, diesmal schwächer. Drinnen wirkte die Wohnung warm und hell, voller Leben, völlig losgelöst von dem, was sich nur wenige Meter entfernt abspielte. Ich sah Ryans Mutter Geschirr tragen. Ich hörte Lachen durch das Glas. Irgendwann sah ich Melissa an der Tür vorbeigehen, ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen.
Da wurde mir klar, dass sie das nicht als Scherz gemeint hatte. Es war kein Unfall. Sie wusste, dass ich da draußen war. Sie entschied sich, mich zu verlassen.
Meine Zähne klapperten so heftig, dass es schmerzte. Meine Beine fühlten sich schwer und wackelig an, und ein weiterer Krampf durchfuhr meinen Unterleib, diesmal so heftig, dass ich aufschrie. Panik ergriff mich, und ich schlug erneut mit beiden Fäusten um mich. „Ryan!“, schrie ich. „Ryan, hilf mir!“
Ich muss wohl endlich laut genug gewesen sein, oder jemand hatte eine Bewegung bemerkt, denn Ryans Mutter drehte sich zum Balkon um. Ihr Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig. Sie ließ das Geschirrtuch fallen, eilte zur Tür und riss an der Klinke.
Es ging nicht auf.
„Melissa!“, rief sie. „Warum ist das verschlossen?“
Melissa kam aus dem Flur, plötzlich kreidebleich. „Ich – sie ist gerade da rausgegangen. Ich habe nicht gedacht –“