Ich hatte keine Kraft zum Streiten. Eine weitere Wehe durchfuhr mich, und ich klammerte mich an die Armlehne und zwang mich, sie zu veratmen. Im Wartezimmer roch es leicht nach Kaffee und Desinfektionsmittel. In der Ecke lief leise ein Fernseher. Irgendwo auf dem Flur schrie ein Neugeborenes – schrill und fern.
Dann öffneten sich die Türen und Janice schritt herein, als gehöre ihr der ganze Laden.
Ihr Haar war perfekt frisiert. Ihre Handtasche passte farblich zu ihren Schuhen. Und ihr Gesichtsausdruck verriet, dass sie bereits wütend war – als wäre sie gekommen, um jemanden zu beschuldigen.
„Da bist du ja“, schnauzte sie mich an, ignorierte mich völlig und wandte sich direkt an Derek. „Ich musste mich aus dem Bett quälen, weil deine Frau ein bisschen Unbehagen nicht ertragen kann?“
Eine weitere Wehe setzte ein und ich keuchte auf.
Janice kniff die Augen zusammen. „Ach bitte. Sieh sie dir an, Derek. Sie tritt auf. Das ist ihr Job.“
Meine Sicht verschwamm. Meine Brust schnürte sich zusammen. Ich spürte, wie mein Puls in meinem Hals hämmerte.
„Janice“, brachte ich schwach hervor, „bitte… nicht hier.“
Sie trat näher, ihre Stimme wurde lauter, sodass es der ganze Raum hören konnte. „Nicht hier? Wo denn dann? Irgendwo, wo du ungestört weinen und behaupten kannst, ich sei ‚gemein‘?“
Eine Krankenschwester am Empfang blickte auf, plötzlich hellwach. Ein Paar in der Ecke starrte sie unverhohlen an. Dereks Wangen röteten sich, aber er hielt sie nicht auf. Stattdessen beugte er sich zu mir vor, als wäre ich das Problem, und flüsterte: „Mia, ignorier sie bitte.“