
Teil 2 – Die fehlende Stelle in der Schublade
Ich ging zum Schreibtisch – nicht wie eine verzweifelte Witwe, sondern wie jemand, der sich sein Territorium zurückerobert.
Declan versuchte, mir den Weg zu versperren. Ich sah ihm in die Augen. Er wich aus.
Ich öffnete die mittlere Schublade. Die Papiere lagen durcheinander. Ein Ordner lag offen. Und da war es – genau die leere Umrisslinie, wo Bradley immer seinen schwarzen USB-Stick aufbewahrte .
Diese leere Stelle schrie nur eines:
Hier hat bereits jemand gesucht.
„Wo ist es?“, fragte ich leise.
Marjorie blinzelte mit gespielter Unschuld. „Ich weiß nicht, wovon Sie reden.“
„Der USB-Stick“, sagte ich. „Spiel keine Spielchen mit mir.“
Declans Freundin – Siobhan – wich meinem Blick aus. Das genügte. Ich brauchte kein Geständnis. Ich brauchte einen nächsten Schritt.
Ich holte tief Luft und rief die Nummer an, die mir Bradley vor Monaten gegeben hatte, mit einer einzigen Warnung:
„Wenn es in meiner Familie jemals hässlich wird, streitet nicht. Ruft ihn an.“