Ich überquerte die Bühne allein. Als der Fotograf fragte: „Möchte jemand Fotos machen?“, schüttelte ich den Kopf und ging weiter.
Meine Mutter und Richard waren bei einem Autohändler und kauften Derek ein neues Auto für sein Studium.
Ich habe den Nachmittag mit Packen verbracht.
Zwei Koffer. Das war alles, was ich hatte.
Bevor ich ging, stand ich im Türrahmen dieses kleinen Zimmers und betrachtete den Fleck an der Decke, die dünne Decke, das klemmende Fenster, die Wände, die ich nie dekorieren durfte, und ich empfand nicht direkt Trauer, sondern eher eine Art verblüfftes Erstaunen darüber, dass ich so lange auf so kleinem Raum gelebt hatte und nicht darin verschwunden war.
Ich habe einen Zettel auf der Küchentheke hinterlassen.
Danke, dass Sie mir gezeigt haben, auf wen ich mich verlassen kann.
Dann rief ich ein Taxi, fuhr zum Busbahnhof und kaufte mir eine einfache Fahrkarte nach New York City.
Tante Patricia hatte mir geholfen, ein Studio in der Nähe des Campus zu finden. Die Miete war absurd hoch, aber erträglich. Das Schloss des Gebäudes funktionierte. In der ersten Nacht saß ich auf einer Matratze auf dem Boden und starrte die Tür an, halb in Erwartung, dass jemand die Tür aufbrechen und mir sagen würde, ich hätte mein Aufenthaltsrecht missverstanden.
Niemand kam.
Freiheit, so lernte ich in jener Nacht, fühlt sich nicht immer sofort wie Freude an.
Manchmal fühlt es sich an wie Terror mit einem Schlüssel.
Teil 5: Das Leben, das sie ohne sie aufgebaut hat
Im ersten Studienjahr kellnerte ich in einem Café in Campusnähe und lernte, fünf Tassen in einer Hand zu tragen und im Kühlraum zu weinen, ohne dass mir die Wimperntusche aufs Kinn lief. Zwischen den Vorlesungen arbeitete ich dreißig Stunden die Woche. Ich überlebte von Gebäck vom Vortag, Koffein und der Gewissheit, dass ich es mir nicht leisten konnte, durchzufallen.
Mein Stipendium reichte gerade so, um mein Studium fortzusetzen. Die Ersparnisse meines Vaters sicherten den Lebensunterhalt. Ich behandelte dieses Geld mit fast religiöser Vorsicht. Jede Abhebung fühlte sich an, als würde ich seine Hand noch einmal berühren. Ich wollte nicht verschwenden, was er mich hatte schützen lassen.
In guten Nächten schlief ich fünf Stunden. Ich lernte den Rhythmus der Stadt bruchstückhaft kennen – Müllwagen im Morgengrauen, betrunkenes Gelächter um zwei Uhr morgens, Heizkörper, die im Winter lautstark knatterten, der erste heiße Wind auf den Straßen im Juni. Im Unterricht saß ich vorne und machte mir Notizen, als würde ich mir mit jedem Bleistiftstrich ein Gerüst unter dem Kopf aufbauen.
Im zweiten Studienjahr ergatterte ich ein Praktikum bei einem kleinen Innenarchitekturbüro in der Innenstadt.