Thea Meyers Interiors.
Ein kleines Team. Knappe Kosten. Strenge Ansprüche. Mein Ruf war mittlerweile so gut, dass vermögende Privatpersonen mir anspruchsvolle Immobilien anvertrauten. Meine Projekte erschienen in Magazinen. Nicht alle auf einmal. Mal hier eine Erwähnung, mal dort, dann ein Artikel, der alles veränderte und mir Anrufe von Kunden einbrachte, die ich früher aus Scham nicht angenommen hätte.
Trotz allem habe ich meinen Erfolg seltsamerweise geheim gehalten.
Keine laute Social-Media-Persönlichkeit. Keine einfache Spur für irgendjemanden in New Jersey, der zwischen Cocktails und Klatsch nach meinem Namen suchen könnte.
Tante Patricia wusste alles. Marcus wusste fast alles. Niemand sonst bekam mehr, als ich ausgesucht hatte.
Marcus trat mit sechsundzwanzig Jahren in mein Leben und brachte Geduld in beiden Händen.
Wir lernten uns bei einer Netzwerkveranstaltung für Architekten kennen, wo die eine Hälfte des Raumes so tat, als würde sie die andere Hälfte nicht auf ihre Nützlichkeit hin beurteilen. Er war ein Architekt mit einem Auge für Struktur und einem Gesicht, das mit der Zeit immer sympathischer wurde. Keine Selbstdarstellung. Keine aufdringlichen Sprüche. Er hörte in ganzen Sätzen zu, was seltener ist als Schönheit und unendlich viel nützlicher.
Er fragte mich, welche Art von Räumen ich am liebsten mag.
„Räume, in denen Menschen versuchen, ehrlich zu werden“, sagte ich, bevor ich es abschwächen konnte.
Statt verwirrt auszusehen, lächelte er.
„Das klingt anstrengend.“
"Es ist."
„Ich entwerfe öffentliche Bibliotheken“, sagte er. „Vielleicht schaffe ich also Orte, an denen Menschen sich selbst weniger privat belügen können.“
Ich lachte so laut, dass sich zwei Männer in der Nähe der Bar umdrehten.
Das war der Anfang.