Drei Wochen zuvor hatte der Privatbankier meines Großvaters angerufen, um eine Überweisung zu bestätigen, die er nie getätigt hatte – 750.000 Dollar, die von einem Treuhandkonto an eine Firma namens Carter Property Solutions überwiesen worden waren. Der Name war so absurd für Betrug, dass ich fast lachen musste. Das hatte zu weiteren Unregelmäßigkeiten geführt: Anfragen nach doppelten Kontodaten, Fragen einer Grundbuchabteilung zum Anwesen in Cedar Hill bei Astoria, ein Anruf eines Bestattungsinstituts, um die Wünsche der nächsten Angehörigen für einen Mann zu bestätigen, der quicklebendig war, und ein Immobilienmakler, der beiläufig von einer Liquidation sprach, sobald die Nachlassabwicklung abgeschlossen sei. Opa hatte noch nicht ganz begriffen, wie weit Marcus schon gegangen war, aber genug, um Detective Miller anzurufen und abzuwarten. Er wollte sehen, ob die Verzweiflung seinen Sohn endlich so unvorsichtig machen würde, dass er das ganze System auffliegen ließ.
Dann zeigte mir Miller den E-Mail-Verlauf, der das ganze Ausmaß der Sache bewies. Dem Makler ging es nicht um einen schnellen Verkauf des Familienhauses. Sein eigentliches Ziel war ein 17 Hektar großes Wassergrundstück in Warrenton, bebaut mit Wald, Mineralrechten und einer Marina-Nutzungsberechtigung. Der geschätzte Wert lag bei über sechs Millionen Dollar. Plötzlich ergab die Hektik um den vorgetäuschten Tod Sinn. Mein Vater wollte nicht einfach nur schnell an Geld kommen. Er versuchte, sich ein ganzes Stück Familienbesitz unter den Nagel zu reißen, bevor ihn eine offizielle Überprüfung stoppen konnte.