Ich stellte ihn mir umgeben von Papieren, Notaren und Unterschriften vor.
„Javier wusste immer, dass die Firma eines Tages ihm gehören würde“, fuhr er fort. „Er ist mit dieser Vorstellung aufgewachsen. Und als er Lucía heiratete …“ Sein Mund verzog sich, „…ging alles ganz schnell. Sie setzten mich unter Druck, in Rente zu gehen, Vermögenswerte zu verkaufen, Entscheidungen zu treffen, die keinen Sinn ergaben.“
„Das klingt … normal in einer wohlhabenden Familie“, murmelte ich.
Ernesto schüttelte den Kopf.
„Wenn es doch nur Ehrgeiz wäre …“ Er zog eine dünne Ledermappe aus dem Türfach und legte sie mir in die Hände. „Damit lässt es sich leichter erklären.“
Darin befanden sich Kopien von Kontoauszügen, ausgedruckte E-Mails und Prüfberichte. Namen von Firmen, die ich nicht kannte. Zahlen mit viel zu vielen Nullen.
„Sie haben ein Netzwerk von Briefkastenfirmen aufgebaut“, sagte er. „Sie haben Gelder vom Mutterkonzern auf Konten im Ausland umgeleitet. Offiziell sind es Investitionen. In Wirklichkeit ist es Veruntreuung. Sie plündern alles, was ich in vierzig Jahren aufgebaut habe.“
Ich schaute auf.
„Und die Polizei?“