Doch sechs Monate später hatte sich alles geändert.
Eines Nachmittags tauchte er auf und lächelte auf eine Weise, die ich noch nie zuvor gesehen hatte.
„Mama, ich möchte, dass du jemanden kennenlernst.“
Hinter ihm stand eine Frau.
Blond. Perfekt gestylt. Viel zu gewagt gekleidet für einen zwanglosen Besuch.
Sie konnte nicht älter als dreißig gewesen sein.
„Hallo, Schwiegermutter“, sagte sie freundlich und reichte mir die Hand. „Ich bin Vanessa. Freut mich sehr, Sie kennenzulernen.“
In dem Moment, als ich ihre Hand berührte, verkrampfte sich etwas in mir.
Ich wusste es noch nicht, aber sie war im Begriff, alles zu verändern.
Sie betrat mein Haus, als ob es ihr bereits gehörte.
Sie bat nicht darum, sich setzen zu dürfen. Sie zog ihre High Heels nicht aus. Sie ließ sich einfach auf das Sofa fallen und begann, den Raum mit scharfen, berechnenden Augen abzusuchen.
„Was für ein charmantes Haus“, sagte sie. „Sehr… nostalgisch.“