Er nickte.
„Die Anwälte sagten mir…“, begann er. „Sie sagten, Sie… dass Ihnen das gehört…“
„Vierundachtzig Prozent“, beendete ich den Satz. „Ja.“
Seine Augen weiteten sich.
„Ich wusste es nicht“, sagte er. „Ich schwöre, ich wusste es nicht. Ich dachte, wir –“
„Du dachtest, es gehöre dir“, unterbrach ich dich ruhig. „Weil du es geleitet hast. Weil dein Name an den Wänden stand, in Interviews, in Zeitschriften. Du glaubtest, dass du der Besitzer wärst, nur weil du das Gesicht von etwas warst.“
Ich lehnte mich leicht zurück.
„Als du angefangen hast, hattest du nur eine Idee und einen Berg Schulden. Die Banken haben dich abgewiesen. Investoren haben dich ausgelacht. Du bist verbittert und erschöpft nach Hause gekommen, und Laura kam zu mir.“
Ich erinnere mich noch genau an jene Nacht – Laura an meinem Küchentisch, die Mappe in der Hand, ihr Gesicht voller Hoffnung und Sorge.
„Sie sagte zu mir: ‚Papa, er braucht nur eine Chance. Er hat etwas Besonderes an sich, er braucht nur jemanden, der an ihn glaubt. Bitte.‘“
Ich sah Daniel in die Augen.
„Ich habe dir nicht deinetwegen geholfen“, sagte ich. „Ich habe es für sie getan.“
Ich fuhr fort.
„Ich habe die Anfangsfinanzierung bereitgestellt. Ich habe das rechtliche Risiko in Kauf genommen. Ich habe zugestimmt, im Verborgenen zu bleiben, weil Sie sagten, ein weiterer öffentlicher Name würde die Investoren verwirren und die Marke komplizieren. Das habe ich akzeptiert. Mein Name wurde weder in Interviews noch in sozialen Medien oder Magazinporträts erwähnt, in denen Sie sich selbst als Selfmademan bezeichneten.“
Er zuckte zusammen.
„Aber der Vertrag“, sagte ich, „war völlig eindeutig. Sie haben ihn unterschrieben. Die Anwälte haben ihn Ihnen Zeile für Zeile erklärt. Sie wussten Bescheid. Sie haben sich einfach dafür entschieden, es zu vergessen, weil es Ihnen bequemer erschien.“
Er rieb sich das Gesicht.
„Ich dachte …“ Er lachte trocken und leer auf. „Ich dachte, du würdest Laura nur helfen. Uns helfen. Ich hätte nie gedacht …“
„Nein“, sagte ich. „Du hättest nie gedacht, dass der stille alte Mann in der Ecke derjenige sein könnte, der die wahre Macht in Händen hält.“
Stille senkte sich zwischen uns. Unten in der Bäckerei ging das gewohnte Treiben weiter – Tassen, Teller, gedämpfte Stimmen, Lachen.