Die meisten Menschen sind Narzissten… Zähl die Quadrate.

Die menschliche Wahrnehmung ist selektiv. Unser Gehirn ist darauf ausgelegt, Informationen schnell und effizient zu verarbeiten. Dabei konzentrieren wir uns oft nur auf das Offensichtlichste – die Oberflächen direkt vor uns. Wir nehmen an, dass das, was wir sehen, vollständig ist.

Diese Tendenz hängt eng mit etwas zusammen, das Psychologen kognitive Verzerrung nennen. Wir vertrauen unserem ersten Eindruck. Wir glauben, unsere Interpretation sei richtig. Und wenn jemand anderes eine andere Antwort gibt, verwerfen wir diese möglicherweise, anstatt sie zu überdenken.

In vielerlei Hinsicht liegt hier der Zusammenhang mit Narzissmus.

Der „Ich habe Recht“-Reflex

Der Begriff „Narzisst“ wird heutzutage oft inflationär verwendet. Klinisch betrachtet bezeichnet Narzissmus ein übersteigertes Selbstwertgefühl, ein tiefes Bedürfnis nach Bewunderung und Schwierigkeiten, Empathie zu empfinden. Im Alltag zeigen sich jedoch leichte narzisstische Züge auf subtile Weise.

Wenn beispielsweise jemand die Quadrate zählt und selbstsicher verkündet: „Es sind acht“, ist er sich seiner Richtigkeit möglicherweise sicher. Sagt eine andere Person hingegen: „Tatsächlich sind es zwölf“, ist die unmittelbare Reaktion vielleicht nicht Neugier, sondern Abwehrverhalten.

„Ich habe genau hingesehen.“
„Da müssen Sie sich irren.“
„Ich weiß, was ich gesehen habe.“

Das Rätsel dreht sich immer weniger um das Zählen von Quadraten und immer mehr um den Schutz des Egos.

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