Die Monate danach waren hässlich, anstrengend und real.
Die Wohnung im fünfzehnten Stock raubte meinen Eltern ihre vornehme Vorstadtidylle. Alyssa bekam einen einfachen Bürojob und hasste jede Sekunde davon, ging aber trotzdem hin. Die Therapie war brutal. Es gab Tränen, Stille, Wut, die Wahrheit.
Eines Tages gab meine Mutter schließlich zu: „Ich habe dich wie eine Last behandelt, weil dein Ehrgeiz mich klein fühlen ließ.“
Es heilte nicht.
Aber es war ehrlich.
Und Ehrlichkeit war etwas, worauf ich aufbauen konnte.
Mein eigenes Leben ging immer weiter bergauf.
Das System wurde in vierzig Hochhäusern eingeführt. Dann in weiteren. Es gab Flüge nach London, Tokio, Chicago. Treffen mit Bürgermeistern. Expansionspläne. Eine reale Zukunft entfaltete sich in dem Ausmaß, das ich mir immer im Geheimen ausgemalt hatte.
In einer regnerischen Nacht, nach einem vierzehnstündigen Tag, bekam ich eine SMS von meinem Vater.
Es war ein Foto.
Eine Werkbank.
Klein. Ordentlich. In einer Ecke des Kellergeschosses eingebaut. Darüber hing das alte Foto von mir und Opa in der Werkstatt.
Seine Nachricht lautete:
Der Hausmeister hat mir einen Teil des Kellers zur Verfügung gestellt. Ich baue Alyssa ein Bücherregal. Es ist noch nicht perfekt, aber ich lerne ja, lieber zweimal zu messen.