Vertikale Linien sind Rillen, die von der Nagelhaut bis zur Nagelspitze verlaufen. Ältere Menschen neigen im Allgemeinen dazu, leichte vertikale Linien zu entwickeln, da sich die Zellerneuerung verlangsamt. Dies geschieht, wenn neue Zellen unter der Hautoberfläche warten, bis die abgestorbenen Zellen an der Oberfläche ersetzt sind.
Treten weitere Auffälligkeiten wie Farb- und Texturveränderungen auf, kann eine zugrundeliegende Erkrankung vermutet werden. Bei Trachyonychie beispielsweise, einer Erkrankung, die isoliert auftreten oder mit anderen Hauterkrankungen einhergehen kann, verändern sich die Nagelrillen in ihrer Farbe und ihre Oberfläche wird rau und brüchig.
Auch bei Menschen mit Eisenmangelanämie können vertikale Linien auftreten. Ebenso können Formveränderungen den Nägeln ein konkaves oder löffelartiges Aussehen verleihen.
Horizontale Linien
Horizontale Rillen, auch Beau-Linien genannt, gelten als Symptom schwerwiegenderer Erkrankungen. Diese Einkerbungen auf der Nageloberfläche können das Nagelwachstum beeinträchtigen, bis die zugrunde liegende Erkrankung erkannt und behandelt wird.
Beau-Linien können auf eine akute Nierenerkrankung hinweisen. Treten sie an allen 20 Fingernägeln auf, können sie auf Mumps, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes oder Syphilis hindeuten. Laut einer in Acta Haematologica veröffentlichten Studie können sie auch bei Patienten unter Chemotherapie auftreten.
Ein Schlag oder ein Trauma kann ebenfalls zu roten oder braunen Flecken unter den Nägeln führen. Es ist wichtig, diese Farbveränderungen nicht mit Symptomen von Erkrankungen wie Endokarditis oder Melanom zu verwechseln. In diesen Fällen sollte man auf eine dunkelbraune, schwarze oder rote Verfärbung achten.