Dann lächelte Ernesto zum ersten Mal seit unserer Wiedervereinigung.
„Du bist mir ähnlicher, als ich dachte“, murmelte er. „Na schön. Ich kümmere mich darum.“
Der Fall kam schnell.
Eines Morgens um acht Uhr klingelte es an der Wohnungstür. Als ich öffnete, standen sechs Personen davor: zwei Steuerfahnder, zwei Polizisten in Zivil und zwei Beamte. Sie fragten nach Javier. Ich führte sie ins Wohnzimmer, meine Hände zitterten leicht, damit alles ganz natürlich wirkte.
Aus der Küche hörte ich laute Stimmen, Papier, das auf den Tisch knallte, Javiers ungläubigen Tonfall und Lucías kalkulierte Empörung.
Dann eilige Schritte in Richtung Büro.
Schubladen öffnen.
Mehr Stimmen.
Gegen Mittag wurde Javier in Handschellen herausgeführt.
Lucía rief, es sei ein Irrtum, alles sei in Ordnung, und sie würden mit ihrem Anwalt sprechen. Die Nachbarn beobachteten das Geschehen durch halb geöffnete Türen.
Da erschien Ernesto, tadellos gekleidet, auf seinen Stock gestützt, als wäre er zufällig vorbeigekommen.
„Javier“, sagte er, als sich ihre Blicke trafen. „Es tut mir leid.“