Ein stechender Schmerz durchfuhr sie hinter dem linken Auge. Ihr Körper schlug hart auf dem Teppich auf. Ihr Laptop rutschte vom Tisch und zerschellte neben ihr. Sie lag verdreht auf dem Boden und rang nach Luft, die ihr nicht kam. Ihre linke Seite war wie gelähmt. Arm. Bein. Die Hälfte ihres Gesichts. Weg.
Sie wusste, was es war.
Ein hämorrhagischer Schlaganfall.
Sie griff mit der rechten Hand nach ihrem Handy. Verfehlte es. Griff erneut. Ihre Finger gehorchten ihr nicht. Das Handy rutschte unter den Konferenztisch, knapp außer Reichweite.
Der Raum verengte sich. Ihr Blickfeld verengte sich. Irgendwo im Gebäude begannen die Saugroboter ihre nächtliche Tour, ihre leisen Motoren erwachten um ihren sterbenden Körper herum.
Genau in diesem Moment, zweitausend Meilen entfernt, betrat Evelyn die Lobby eines Fünf-Sterne-Resorts in Nassau, zog Designerkoffer über polierten Stein und beklagte sich über die hohe Luftfeuchtigkeit.
Jessica lag auf dem Teppich, während die Dunkelheit über sie hereinbrach.

Teil 2: Der Preis
Das Licht der Intensivstation blendete sie durch die Augenlider.
Jessica schwebte gefühlt jahrelang zwischen Bewusstsein und Bewusstlosigkeit. Maschinen piepten. Ein Beatmungsgerät zischte. Ihre Brust schmerzte. Ihr Kopf fühlte sich an, als wäre er aufgerissen. Sie konnte ihren linken Arm nicht bewegen. Der Raum stank nach Bleichmittel und Jod.
Dann durchdringen Stimmen den Nebel.
„Dafür haben wir keine Zeit, Doktor.“
Ihre Mutter.