Ihr Mund verzog sich zu einem schmalen Strich. „Eines Tages wirst du es bereuen, so mit deiner Mutter gesprochen zu haben.“
Ich sah ihr in die Augen. „Eines Tages werde ich es vielleicht bereuen, Menschen darum gebeten zu haben, mich auf eine Weise zu lieben, wie sie es nie beabsichtigt hatten.“
Sie zuckte zusammen, als hätte ich sie geschlagen.
Ron führte sie zur Tür. Megan ging wütend voran und murmelte etwas von Egoismus. Ihre Mutter folgte ihr, drehte sich aber noch einmal um, bevor sie hinaustrat.
„Wir wollten helfen“, sagte sie.
„Womit?“, fragte ich. „Mit dem Obstteller?“
Sie ging, ohne zu antworten.
Die Tür schloss sich, und es schien, als würde das ganze Haus ausatmen.
Ethan sah zu mir auf. „Habe ich es richtig gemacht?“
Ich kniete nieder, trotz des Schmerzes in meinen Knochen, und zog ihn in meine Arme. „Perfekt“, flüsterte ich. „Du hast es perfekt gemacht.“
In jener Nacht, nachdem Denise Ethan gefüttert und neben mir auf der Couch eingeschlafen hatte, öffnete ich meinen Laptop und tat etwas, das ich jahrelang aufgeschoben hatte.
Ich habe alle finanziellen Verbindungen gelöst, die ich noch zu meiner Familie hatte.
Ich habe meine Mutter als Notfallkontakt entfernt. Ich habe mein Testament aktualisiert. Ich habe die Abholliste für die Schule geändert. Ich habe meine Kreditkarte sperren lassen. Ich habe das alte Sparkonto aufgelöst, auf dem noch der Name meiner Mutter stand – ein längst vergangenes „Für-alle-Fälle“-Konto, auf das sie bestanden hatte, als ich 22 war.
Um 23:43 Uhr schrieb Megan eine SMS.