Ich rief meine Familie an, um ihr zu sagen, dass ich Brustkrebs hatte. Meine Mutter meinte: „Wir sind gerade mitten im Junggesellinnenabschied deiner Cousine.“ Ich habe die Chemotherapie allein durchgestanden. Tage später fragten sie, ob ich noch den Autokredit meiner Schwester mitunterzeichnen könnte. Mein sechsjähriger Sohn kam heraus.
Als ich meine Mutter anrief, um ihr zu sagen, dass ich Brustkrebs habe, nahm sie erst beim dritten Klingeln ab und senkte die Stimme, als ob ich sie bei etwas Wichtigem unterbrechen würde.
„Claire, wir sind mitten in Jennas Junggesellinnenabschied“, sagte sie. Hinter ihr hörte ich Gelächter, das Klirren von Gläsern und jemanden, der nach einer Schere für Bänder rief. „Kann das warten?“
Ich stand auf dem Krankenhausparkplatz, eine Mappe fest in der Hand, ein Biopsiebericht, der mein Leben gerade in ein Davor und ein Danach geteilt hatte. Meine Knie zitterten so stark, dass ich mich am Auto abstützen musste.
„Nein“, sagte ich. „Das kann nicht warten. Ich habe Krebs.“
Es entstand eine Pause – aber nicht die, die ich erwartet hatte. Keine Überraschung. Keine Trauer. Nur Verärgerung, als hätte ich mitten im Dessert ein Problem mit der Wasserleitung angesprochen.
„Oh mein Gott“, murmelte sie. „Meinst du das ernst?“
"Ja."
Ein weiteres gedämpftes Lachen drang durch den Hörer. Dann seufzte sie. „Nun, was soll ich jetzt tun? Wir haben Gäste hier.“
Ich erinnere mich daran, wie ich auf den Asphalt unter meinen Füßen starrte und ein eisiges Gefühl in mir aufkam. „Ich dachte, du würdest vielleicht sagen, dass du kommst.“
„Heute Abend geht es leider nicht“, sagte sie schnell. „Ruf deine Schwester an, wenn du Gesellschaft brauchst.“
Meine Schwester Megan hat nicht geantwortet. Zwanzig Minuten später schrieb sie mir: Mama meinte, du seist aufgebracht. Ich bin gerade unter der Dusche. Wir reden morgen.
Aus morgen wurde nächste Woche. Aus nächster Woche wurde der Beginn der Chemotherapie.
Ich bin zu jedem Termin selbst gefahren, bis auf einen – da nahm sich meine Nachbarin Denise extra frei, weil sie meinte, niemand solle seine erste Infusion allein durchstehen. Sie hielt mir den Mantel, während ich mich in der Tiefgarage in eine Papiertüte übergab. Sie rasierte mir in ihrer Küche den Kopf, als mir die Haare büschelweise ausfielen. Meine Mutter schickte mir einmal Blumen, aber auf der Karte stand: „Halten Sie durch! Schade, dass wir Ihren Anruf verpasst haben. Liebe Grüße, die Familie.“ Die Familie – als wären sie ein eingespieltes Team.
Dann, vier Tage nach meiner zweiten Chemotherapie-Sitzung, tauchten sie auf.
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