Vanessa verweilte.
„Olivia“, sagte sie leise, „ich wusste gar nicht, dass du dich für diesen Laden interessierst.“
„Das ist nicht der Grund, warum ich wütend bin.“
Sie nickte – weil sie es verstand. Dann ging sie.
Ich dachte, das wäre das Ende.
Das war es nicht.
An diesem Nachmittag, gegen vier Uhr, kam Vanessa allein zurück.
Kein Nachschminken. Kein Ehemann. Keine Mutter. Nur Jeans, Sonnenbrille in der Hand und ein Gesicht ohne jede Spur von Show.
Ich wäre beinahe nicht hingegangen, um sie zu treffen. Aber ich bin doch hingegangen.
Sie stand auf der leeren Terrasse und sagte: „Mama hat mir heute Morgen gesagt, sie wolle hierherkommen, weil sie dachte, dich immer noch in einem Restaurant arbeiten zu sehen, würde die Dinge wieder ins rechte Licht rücken.“
Ich verschränkte die Arme. „Perspektive worauf?“
„Darüber, warum mein Leben besser verlaufen ist.“
Diese Ehrlichkeit schmerzte mehr als alles, was beim Brunch gesagt wurde.
Vanessa senkte den Blick. „Ich habe mitgemacht.“
"Ja."
"Es tut mir Leid."
Diesmal meinte sie es ernst. Nicht, weil sie sich plötzlich verändert hätte, sondern weil die öffentlichen Konsequenzen die private Wahrheit ans Licht gebracht hatten. Es machte nichts ungeschehen. Aber es war die Wahrheit.