Marcus beobachtete die Situation mit wachsender Besorgnis.
Ein Privatpilot. Jemand, der an klaren Wochenenden einmotorige Cessnas flog. Jemand, der noch nie in großer Höhe einen Motorausfall erlebt hatte – geschweige denn einen kompletten Ausfall der Flugsteuerung über dem Atlantik.
Der Mann sprach selbstsicher und gestikulierte, während er seine Zertifizierungen und Flugvereine aufzählte. Er erwähnte weder Kampferfahrung noch manuelle Rücksetzverfahren oder die für diesen Notfall erforderlichen spezifischen Fähigkeiten.
Die Flugbegleiterin nickte und entschuldigte sich dann, um sich im Cockpit zu informieren.
Marcus schloss die Augen.
Zoeys Gesicht erschien augenblicklich – ihr Lächeln, ihr Lachen, die Art, wie sie Daddy in zwei verschlafene Silben dehnte.
Wenn er sitzen blieb – wenn er nichts unternahm –, könnte er überleben. Der Privatpilot könnte Glück haben. Die Besatzung könnte eine andere Lösung finden.
Oder sie alle sterben gemeinsam in den dunklen Wassern darunter.
Die Flugbegleiterin kam zurück und schüttelte entschuldigend den Kopf. Die Qualifikationen des Mannes reichten nicht aus. Enttäuscht ließ er sich nieder.
Und die Angst in der Kabine verdichtete sich wie Nebel.
Marcus dachte an das Versprechen, das er Zoey gegeben hatte – das Versprechen, immer nach Hause zu kommen. Doch er hatte vor langer Zeit, bei einer Zeremonie auf der Lackland Air Force Base in Texas, noch ein anderes Versprechen gegeben: das Versprechen, zu beschützen und zu verteidigen. Acht Jahre lang hatte er sich eingeredet, dieses Versprechen gelte nicht mehr, seine einzige Pflicht gelte seiner Tochter.
Nun war er sich nicht mehr sicher, ob er das noch glaubte.