Nathans Kiefer verkrampfte sich. „Vanessa. Mein Büro. Sofort.“
Vanessa erbleichte. „Nathan –“
"Jetzt."
Er erhob nicht die Stimme, was den Befehl umso schärfer machte. Vanessa ging mit steifen Schultern an ihm vorbei, während alle Angestellten den Blickkontakt vermieden.
Nathan blieb stehen. Einen Moment lang betrachtete er Emily nicht wie eine Fremde. Sein Blick verweilte zu lange und musterte ihr Gesicht mit einem Ausdruck, der fast Besorgnis ausdrückte.
„Miss Brooks“, sagte er vorsichtig und benutzte dabei ihren Dienstnamen, „sind Sie verletzt?“
Emily sah ihm in die Augen. Da war es – ein kurzer Anflug von Wiedererkennung. Keine Gewissheit, sondern Instinkt. Einst hatte sie jeden Tonfall seiner Stimme gekannt. Nun hörte sie Vorsicht, Unbehagen und den ersten Riss in dem Gebilde, das er um sein Leben errichtet hatte.
„Ich werde es überleben“, sagte sie.
Die Personalabteilung traf innerhalb weniger Minuten ein, aufgelöst und blass. Aussagen wurden aufgenommen. Zeugen wurden getrennt. Vanessa beharrte darauf, dass Emily alles inszeniert hatte, um sie zu demütigen. Emily beantwortete jede Frage präzise, ohne jemals ihre Identität preiszugeben. Doch bevor sie den Konferenzraum verließ, fügte sie einen Satz hinzu, der die gesamte Untersuchung veränderte.