Emily stellte das Glas mit sorgfältiger Präzision ab. Aus dem Türrahmen hinter Vanessa ertönte eine tiefe, scharfe Männerstimme: „Was genau geht hier vor?“
Nathan war gerade rechtzeitig angekommen, um alles mitzubekommen. Niemand rührte sich. Er stand in einem dunkelblauen Anzug im Türrahmen, eine Hand noch immer auf dem Türrahmen abgestützt, Ungläubigkeit spiegelte sich in seinem Gesicht. Sein Blick wanderte von Vanessa zu Emily und dann zu dem Wasserglas zwischen ihnen, das wie ein Beweisstück wirkte.
Vanessa erholte sich als Erste. Sie drehte sich schnell um, und ihre Wut wich kontrollierter Verzweiflung. „Nathan, diese Angestellte war respektlos. Sie hat dein Mittagessen-Set weggenommen, deine Sachen angefasst und –“
„Hast du meine Sachen angefasst?“, wiederholte Emily und berührte ihre brennende Wange. „Gibt es dafür jetzt eine Ohrfeige?“
Nathans Augen verengten sich, als er vortrat. „Vanessa, hast du sie geschlagen?“
Vanessa zögerte. In dieser Pause verstand der Raum mehr, als die Ohrfeige selbst offenbart hatte. Sie hatte sofortige Unterstützung erwartet. Nun begriff sie, dass etwas schiefgelaufen war.
„Sie hat mich provoziert“, sagte Vanessa schließlich. „Jeder weiß, wie eng unsere Beziehung ist. Sie hat mich verspottet.“
Emily stieß ein kurzes, humorloses Lachen aus. „Nahe genug, um sich seine Frau nennen zu dürfen?“