„Nein“, sagte Emily leise. „Das hast du nicht.“
Zwischen ihnen herrschte Stille, erfüllt von allem Ungesagten der vergangenen elf Monate – Trauer, Distanz, Schuldzuweisungen und Abwesenheit.
„Was willst du von mir?“, fragte er schließlich.
Emily schob die Mappe zurück. „Die Wahrheit. Alles. Und heute Abend wirst du dasselbe von mir bekommen.“
Um 6:15 Uhr sahen sie sich die Aufnahmen der Überwachungskamera in der Küche an. Um 6:17 Uhr betrat Vanessa das Zimmer, ohne anzuklopfen.
Sie stieß die Tür mit der Selbstsicherheit einer Frau auf, die immer noch glaubte, Zugang bedeute Macht, selbst nachdem alles aus den Fugen geraten war. Ihr Make-up war zwar aufgefrischt, aber schlecht. Unter der Oberfläche brodelte Wut. Ihr Blick wanderte von Nathan zu Emily und dann zu der Mappe, und in diesem Moment begriff sie mehr, als sie hätte verstehen sollen.
„Du triffst dich privat mit ihr?“, fragte Vanessa angespannt. „Nach allem, was sie getan hat?“